Ihr Aktualisierungsleitfaden für die Norm ETSI EN 300 328 von V2.1.1 auf V2.2.2

Anforderungen an Breitbandübertragungssysteme, Datenübertragungsgeräte im 2,4-GHz-Band und harmonisierte Norm zur Nutzung von Funkfrequenzen.

ETSI EN 300 328 regelt die Vorgaben für Übertragungssysteme, die im lizenzfreien 2,4-GHz-Band betrieben werden. Das 2,4 GHz-Band wird unter anderem für Technologien wie Bluetooth, WiFi/WLAN (2,4 GHz) oder ZigBee verwendet. Die Übergangsfrist zu den neuen Anforderungen der V2.2.2 endet am 6. August 2021. Danach bietet die V2.1.1 keine ‚Konformitätsvermutung‘ mehr für die RED.

ETSI EN 300 328 V2.2.2 sieht drei wesentliche Änderungen vor:

  • Aktualisierte Anforderungen an die Messungen für das Receiver Blocking
  • Grenzwertänderung für die unerwünschten Emissionen des Senders im Störbereich für das Band 694 MHz – 862 MHz
  • Klarere Definition der Empfängerkategorien

Andere geringfügige Änderungen und Änderungen ohne wesentliche Auswirkungen auf Unternehmen oder Produkte wurden in dieser Übersicht nicht berücksichtigt. Die Ziffern in diesem Handbuch beziehen sich auf die Abschnitte oder Unterabschnitte der Norm EN 300 328.

Änderungen an den Messungen für das Receiver Blocking

4.3.1.12.3 – Leistungskriterien für das Receiver Blocking 
Zwar verlangt die Norm nach wie vor ein Mindestleistungskriterium von maximal 10 % PER oder FER. Doch wurde die Möglichkeit für den Hersteller gestrichen, ein alternatives Leistungskriterium zu deklarieren. Für Geräte, die PER oder FER nicht unterstützen, führt die aktualisierte Norm als neues Kriterium ein: „Kein Verlust der Funkfunktion“.

4.3.1.12.4 – Grenzwerte für Receiver Blocking
In V2.2.2 der Norm EN 300 328 wurde die Mindestleistungsanforderung für das Blocking Signal für alle drei Empfängerklassen auf -34 dBm geändert. Zuvor betrug die Anforderung an das Blocking Signal je nach Empfängerklasse entweder -47 dBm oder -53 dBm.
Zusätzlich wird der Signalleistungspegel mit der belegten Bandbreite (OCBW) des Prüflings eingestellt, anstelle einer Mindestleistung von + 6 dB. Außerdem wurden die Anforderungen an die Messung für das Receiver Blocking aktualisiert.

Änderungen an Grenzwerten für unerwünschte Emissionen des Senders im Störbereich für das Band 694 MHz – 862 MHz

4.3.1.10.3 – Grenzwerte für unerwünschte Emissionen des Senders im Störbereich 
Die neuen Grenzwerte für unerwünschte Emissionen des Senders im Störbereich wurden um 18 dB erhöht und betragen nun:

  • 470 MHz bis 694 MHz bei -54 dBm
  • 694 MHz bis 1 GHz bei -36 dBm
Geänderte Definitionen für Empfängerkategorien

V2.2.2 der Norm EN 300 328 definiert unter anderem klarere Empfängerkategorien für Breitband-Datenübertragungsgeräte:

  • FHSS-Geräte (Frequency Hopping Spread Spectrum)
  • Andere Arten von Breitband-Datenübertragungsgeräten oder Nicht-FHSS-Geräten (z. B. DSSS, OFDM usw.)

4.2.3.2.1 – Empfängerkategorie 1 
In die Kategorie 1 fallen unter anderem adaptive Geräte mit einer maximalen HF-Ausgangsleistung von mehr als 10 dBm EIRP. Nicht adaptive Geräte fallen in die Empfängerkategorie 2 oder 3.

4.2.3.2.2 – Empfängerkategorie 2
In die Kategorie 2 fallen unter anderem folgende Geräte:

  • Nicht adaptive Geräte mit einem MU-Faktor (Medium Utilization) von mehr als 1 % und maximal 10 % (unabhängig von der maximalen HF-Ausgangsleistung)
  • Geräte (adaptive oder nicht adaptive) mit einer maximalen HF-Ausgangsleistung von mehr als 0 dBm EIRP und maximal 10 dBm EIRP.

4.2.3.2.3 – Empfängerkategorie 3
In die Kategorie 3 fallen unter anderem folgende Geräte:

  • Nicht adaptive Geräte mit einem maximalen MU-Faktor (Medium Utilization) von 1 % (unabhängig von der maximalen HF-Ausgangsleistung)
  • Geräte (adaptive oder nicht adaptive) mit einer maximalen HF-Ausgangsleistung von 0 dBm EIRP
Die CSA Group unterstützt Sie bei der Umsetzung dieser Aktualisierungen zu ETSI EN 300 328

Mit mehr als 25 Jahren Erfahrung in der Prüfung von Funkgeräten verfügt die CSA Group über das Wissen und die Fähigkeit, Ihr Produkt auf Konformität mit den aktualisierten Normen zu prüfen. Als notifizierte Stelle für die Funkanlagenrichtlinie (RED) und mit einem der größten EMV- und Funklabore in Europa sind wir gut gerüstet, um Funkprüfdienstleistungen für den europäischen, nordamerikanischen und asiatischen Markt anzubieten.